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Umziehen trotz Corona-Krise – das gilt es zu beachten

Umziehen während Corona: Die Lockerungen von Kontaktverbot und Ausgangsbeschränkung haben auch auf Umzüge Auswirkungen. Dürfen jetzt private Helfer wieder unterstützen? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Umzug in Zeiten der Corona-Krise: Von langer Hand geplant, alles organisiert – und dann kommt das Coronavirus und stürzt Deutschland in die Krise. Zwar sind Ausgangsbeschränkungen aufgehoben und auch das Kontaktverbot gelockert, aber das Virus bestimmt weiterhin unseren Alltag in Form von Einschränkungen. Was bedeutet das für den geplanten Umzug? Die wichtigsten Antworten:

Corona-Krise – ist ein Umzug jetzt verboten?

Nein, ein grundsätzliches Verbot für Umzüge gibt es weiterhin nicht. Der Umzug muss aber innerhalb Deutschlands stattfinden, sonst könnten durchaus andere Regeln durch das jeweilige Zielland gelten. Da sollte sich frühzeitig mit der dort zuständigen Behörde in Verbindung gesetzt werden.

Außerdem wichtig: Die umziehende Person darf zur Zeit des Umzuges nicht unter Quarantäne stehen. Das ist durch die Quarantänemaßnahme des Robert-Koch-Instituts geregelt. Wer unter Quarantäne steht, darf die Wohnung nicht verlassen – das macht dann auch einen Umzug unmöglich. Es sei denn, das Gesundheitsamt spricht eine ausdrückliche Erlaubnis aus.

Gibt es hier regionale Unterschiede?

Das ist durchaus möglich, weil es keine einheitlichen bundesweiten Regelungen gibt. Im Zweifel sollte sich der Umziehende deshalb vorab sowohl bei der zuständigen Behörde des jetzigen Wohnortes als auch des neuen erkundigen, was es zu beachten gibt.

Corona-Virus COVID-19: Was gibt es bei einem Umzug zu beachten?

Wie überall sollten auch bei einem notwendigen Umzug die geltenden Hygieneregeln eingehalten werden. Auch bei Umzugsunternehmen kann es zurzeit sein, dass es bei der Durchführung der Umzüge zu ungewöhnlich erscheinenden Maßnahmen kommen kann. So werden im Zweifel die Fahrzeuge regelmäßig desinfiziert. Viele Firmen statten ihre Angestellten jetzt mit Handschuhen aus und verteilen sie, soweit das möglich ist, auf mehrere Fahrzeuge. Eine Pflicht Masken zu tragen, gibt es nicht.
Während Verpackungsmaterialien in der Regel von den Möbelpackern wieder mitgenommen wurden, müssen diese aus hygienischen Gründen zurzeit oftmals von den Kunden entsorgt werden.

Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko mit dem Corona-Virus bei einem Umzug?

Das Ansteckungsrisiko ist nicht anders als bei anderen Kontakten. Deswegen sollten auch hier soweit wie möglich die Hygieneregeln eingehalten werden. Das heißt: kein Händeschütteln, nicht ins Gesicht fassen, regelmäßig mit Seife die Hände waschen und mindestens anderthalb Meter Abstand halten. Insbesondere der letzte Punkt ist beim Tragen von Möbelstücken leider nicht immer möglich.

Ab wann müsste der Umzug wegen Corona verschoben werden?

Verschoben werden muss ein Umzug nur dann, wenn die umziehende Person unter Quarantäne steht.

Können geplante Umzüge noch storniert oder verschoben werden?

Da kommt es darauf an, was vertraglich festgehalten ist – es ist also vom Einzelfall abhängig. Ein triftiger Grund den Umzug zu verschieben wäre, wenn eine Person in Quarantäne ist oder der Umzug in einer vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Region stattfindet. Im Zweifel bei den zuständigen Behörden nachfragen.

Dürfen private Umzugshelfer während der Coronakrise unterstützen?

Grundsätzlich ja, Privatpersonen dürfen wieder helfen, jedoch nur mit Einschränkungen. Uneingeschränkt helfen dürfen professionelle Umzugsfirmen beziehungsweise alle im Haushalt lebenden Personen.
Zwar sind die Kontaktbeschränkungen noch bis mindestens 5. Juni verlängert, jedoch ist es demnächst erlaubt, dass sich wieder Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen. Je nach Bundesland dürfen sich auch Familien wieder gegenseitig besuchen. Da die Umsetzung Ländersache ist, gibt es allerdings kein einheitliches Datum.
Auch mit privaten Helfern ist weiterhin auf die geltenden Abstands- und Hygieneregeln zu achten. Wo das nicht möglich ist, wird das Tragen einer Maske empfohlen.

Fängt mein Mietvertrag trotz SARS-CoV-2 zum vereinbarten Termin an?

Ja, da spricht nichts dagegen.

Interview mit Christian Gimbel, dem Geschäftsführer der Umzugsauktion Verwaltungs GmbH mit Sitz in Schallstadt.

Arbeiten die Umzugsunternehmen von Umzugsauktion noch?

Ja. Von unseren insgesamt etwa 550 angeschlossenen Unternehmen arbeiten 90 bis 95 Prozent auch in der Corona-Krise weiter. Vor allem bei regionalen Umzügen unter 100 Kilometern vermerken wir ein plötzliches Auftragsplus von etwa 20 Prozent. Das ist dadurch bedingt, dass die Do-it-Yourself-Umzüge mit Freunden und Bekannten aufgrund der Ausgangsbeschränkungen ausfallen müssen. Ein leichtes Minus ist aber im überregionalen Bereich zu vermerken. Etwa 15 Prozent der Umzüge sind im Normalfall für das Ausland bestimmt. Wegen der geschlossenen Grenzen fallen deswegen viele Aufträge weg. In die Schweiz und nach Österreich beispielsweise dürfe man nur unter besonderen Bedingungen umziehen.

Findet der Umzug innerhalb Deutschlands zum gebuchten Termin statt?

Ja, es gibt keinen Grund, fixe Termine abzusagen. Sollte es zu Überkapazitäten kommen, werden Aufträge an andere Firmen vermittelt. Das ist eine „Win-Win-Win“-Situation! Für das Unternehmen, das den Auftrag nicht hätte erfüllen können, für das, das den Auftrag übernimmt und letztlich auch für den Kunden, der pünktlich umziehen kann.
Wer aber jetzt spontan ein Umzugsunternehmen mit einem Umzug beauftragen möchte, muss mit einer Wartezeit rechnen, da jetzt eine höhere Auftragslage als üblich herrscht.

Kann ein Umzugsunternehmen von Umzugsauktion noch absagen?

Ein Umzug, der morgen ansteht, wird nicht abgesagt. In diesem Fall müsste auch die Firma haften. Ob aber ein Umzug im Prinzip abgesagt werden kann, liegt an dem jeweiligen Vertrag, der zwischen Kunde und Firma geschlossen wurde. Es gibt von Umzugsauktion.de keine standardisierten Verträge für die uns angeschlossenen Unternehmen. Manche Firmen lassen sich beispielsweise die Situation offen, um flexibel reagieren zu können.

Besteht Rechtssicherheit, wenn ein Umzugstermin durch gesetzliche Auflagen ausfällt?

Juristisch ist die Rechtslage noch nicht geklärt. Bislang würde von unserer Seite die „höhere Gewalt“ gelten, die auch bei Unwetter das Ausführen unserer Leistung verhindern würde. Heißt: Wenn der Gesetzgeber eine Ausgangssperre und das Berufsverbot für uns aussprechen würde, dann ist die Umzugsfirma auch nicht verpflichtet, Schäden oder Folgekosten zu erstatten. Es gibt demnach auch keinen Anspruch auf mögliche Ersatzleistung.

Hat sich die Arbeit der Spediteure wegen der Corona-Krise verändert?

Vereinzelt haben Firmen einen höheren Hygiene-Standard eingeführt. Hände waschen und Abstandhalten. Allerdings vermerken wir, dass des Öfteren Kunde aus Angst sich anstecken zu können, unseren Mitarbeitern die Sanitäranlagen verwehren. Wenn wir uns aber nicht regelmäßig die Hände waschen können, ist es schwierig, die Hygienestandards einzuhalten.

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