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Unterstützung und Vorgaben bei einem Hartz 4 Umzug

Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II) regelt die Leistungen für Empfänger von Arbeitslosengeld II (ALG II). Darunter fallen auch Rechte und Pflichten, die Sie kennen müssen, wenn Sie als Hartz 4-Empfänger umziehen möchten oder müssen. Umzugsauktion erklärt, welche Hilfe Sie beim Hartz 4 Umzug vom Jobcenter erhalten und an welche Vorgaben Sie sich halten müssen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Umzugskosten werden übernommen?
  2. Kostenübernahme bei Hartz 4 Umzug mit Begründung
  3. Zahlt das Jobcenter den Umzug mit Umzugsunternehmen
  4. Umzug bei Hartz 4: ohne Zustimmung keine Unterstützung
  5. Mietkaution und Umzugskosten
  6. Welche Wohnungsgröße ist angemessen?
  7. Was passiert, wenn die Wohnung zu teuer ist?

 

1. Welche Umzugskosten werden übernommen?

Bei allen zu erwartenden Umzugskosten ist es wichtig, dass Sie auch dafür die Kostenübernahme vorab beim Jobcenter beantragen. Legen Sie dem Antrag dazu die jeweiligen Kostenvoranschläge bei. Bei einer Umzugsauktion können Sie hierzu ganz einfach Angebote von verschiedenen Anbietern einholen und vergleichen. Warten Sie nach der Beantragung die schriftliche Kostenübernahmeerklärung ab, bevor Sie weitere Schritte einleiten.

Diese Kosten übernimmt das Jobcenter:

  • Umzugsauto
  • Umzugskartons und weitere Verpackungsmaterial
  • Helferpauschale von 50 Euro plus Verpflegung für die Umzugshelfer
  • Erstausstattung/Ausstattungsgegenstände nach Bedarf (detaillierte Liste der benötigten Gegenstände erstellen)
  • Einrichtungsgegenstände/ Möbel nach Bedarf (detaillierte Liste der benötigten Gegenstände erstellen)

Wichtig: Renovierungskosten werden vom Leistungsträger generell nicht übernommen. Diese müssen Sie selbst tragen. Daher empfiehlt Umzugsauktion, die Renovierungsarbeiten mit befreundeten Helfern durchzuführen und die Materialpreise zu vergleichen. So können Sie einiges sparen.

2. Kostenübernahme bei Hartz 4 Umzug mit Begründung

Wenn Sie während des Bezuges von ALG II umziehen, müssen dafür laut SGB II wichtige Gründe vorliegen, damit Sie vom Jobcenter Unterstützung erhalten.

Zu diesen Gründen zählen:

  • Arbeitsaufnahme in einer anderen Stadt.
  • Die neue Wohnung ist günstiger als die alte Wohnung.
  • Sie sind gesundheitlich eingeschränkt und kommen beispielsweise nicht mehr die Treppen nach oben.
  • Schimmelbefall in Ihrer Wohnung, die der Vermieter trotz Anmahnung nicht beseitigt.
  • Die aktuelle Wohnsituation ist nicht mehr tragbar (z. B. bei Gewalt oder außergewöhnlicher Lärmbelästigung).
  • Gestörtes Verhältnis zum Vermieter.
  • Kündigung durch den Vermieter.
  • Scheidung, Trennung oder Eheschließung.

Wenn Sie ohne einen der genannten Gründe umziehen möchten, weil Sie sich beispielsweise ein anderes Umfeld wünschen oder näher an Verwandten, Freunden oder Bekannten wohnen möchten, bekommen Sie keine Unterstützung vom Amt. Sie müssen Ihren Umzug in einem solchen Fall komplett selbst finanzieren.

3. Zahlt das Jobcenter den Umzug mit Umzugsunternehmen?

In der Regel haben Empfänger von Hartz IV lediglich Anspruch auf einen Umzug in Eigenregie. Jedoch gelten einige Ausnahmen von dieser Regelung.

Gründe, die ALG II Empfänger zu einen Umzug mit Umzugsfirma berechtigen:

  • Krankheiten (auch Angststörungen und klinische Depressionen)
  • Körperliche oder geistige Behinderung
  • Hohes Alter

Treffeb diese Gründe auf Sie zu, dann können Sie einen Antrag auf Kostenübernahme zu stellen. Hierfür legen Sie als Nachweis einen ärztlichen Attest oder eine Bescheinigung der Krankenkasse vor. Zudem müssen Sie mindestens 3 Kostenvoranschläge von Umzugsunternehmen vorlegen. Diese können Sie ganz bequem anfordern, indem Sie eine Umzugsanfrage auf Umzugsauktion stellen.

4. Umzug bei Hartz 4: ohne Zustimmung keine Unterstützung

Nachdem Sie beim Jobcenter einen Antrag auf einen Hartz 4 Umzug gestellt haben, prüft dieses zuerst die sogenannte Angemessenheit und die Notwendigkeit des Umzuges. Bitte beachten Sie, dass Sie vom Amt keine Unterstützung jeglicher Art erhalten, wenn Sie ohne dessen Zustimmung umziehen. Auch eventuelle Mehrkosten bei der Miete oder bei den Heizkosten würden dann nicht übernommen.

Wann eine Wohnung angemessen ist, variiert von Stadt zu Stadt und ist unter anderem vom jeweiligen Mietspiegel abhängig. Die Angemessenheit bezieht sich bei der Entscheidung dabei auf die Anzahl der Personen, die Miete und die Größe der Wohnung. Lassen Sie daher den Mietvertrag unbedingt vorab vom zuständigen Jobcenter prüfen und genehmigen, bevor Sie ihn unterschreiben.

5. Mietkaution und Umzugskosten

Wenn Ihnen das Jobcenter den Hartz 4 Umzug genehmigt hat, beantragen Sie im Anschluss daran für Ihre neue Wohnung die Übernahme der Mietkaution. Sie wird direkt an Ihren neuen Vermieter als zinsloses Darlehen ausbezahlt, der das Geld auf einem separaten Konto anlegen muss.

Nach Beendigung des Mietverhältnisses zahlt Ihr Vermieter die Kaution an den Leistungsträger zurück. Behält er allerdings die Kaution ein, da die Mietwohnung Mängel aufweist, müssen Sie die Kaution aus eigener Tasche an das Amt zurückbezahlen. Auch wenn Sie in der Zwischenzeit eine Arbeit finden und wieder ein eigenes Einkommen beziehen, müssen Sie die Kaution selbst zurückzahlen.

5. Welche Wohnungsgröße ist angemessen?

Die Hartz IV Wohnungsgröße ist zweitrangig, denn in erster Linie geht hängt die Kostenübernahme von den Kosten für die Wohnung ab. Dabei legt das Jobcenter die Bruttokaltmiete zugrunde. Sie setzt sich zusammen aus der Nettomiete und den typischen Betriebskosten.

Ob die Kosten der Unterkunft übernommen werden, hängt von der Größe der Bedarfsgemeinschaft sowie von der Region ab. In Berlin beispielsweise erfolgt die Kostenübernahme bei einem festen Quadratmeterpreis, der sich am örtlichen Mietspiegel orientiert. Die Jobcenter in Berlin betrachten folgende Wohnungsgrößen als angemessen:

  • 50 Quadratmeter für eine Person
  • 60 Quadratmeter für zwei Personen
  • 75 Quadratmeter für drei Personen
  • 85 Quadratmeter für vier Personen
  • zusätzlich 12 Quadratmeter für jede weitere Person.

Gehen Sie von einem Quadratmeterpreis von neun Euro aus, darf die Single-Wohnung also höchstens 450 Euro kosten. In ländlichen Regionen mit Mieten von vier Euro pro Quadratmeter übernimmt das Jobcenter für eine vergleichbare Wohnung nur 200 Euro. Andere Bundesländer ziehen anstelle des Mietspiegels die für die Wohngeldberechnung geltenden Mietstufen heran.

Die Nebenkosten für Heizung und Wassererwärmung müssen ebenfalls angemessen sein. Sie richten sich auch nach den Kosten des Energieträgers. Auch bei den Heizkosten legen die Jobcenter in den Bundesländern daher verschiedene Beträge zugrunde. Sie variieren in Berlin zum Beispiel zwischen 72 Euro im Monat für eine Person und 139,68 Euro monatlich für einen Fünfpersonen-Haushalt.

6. Was passiert, wenn die Wohnung zu teuer ist?

Wenn Sie als Single in Berlin eine Wohnung mit 100 Quadratmetern bewohnen, aber dafür monatlich nur eine Bruttokaltmiete von 450 Euro bezahlen, gilt die Miete als angemessen, bewohnen Sie aber eine luxuriöse 40 Quadratmeter große Wohnung mit einer Miete von 800 Euro, ist diese zu teuer. Sie haben nun die Möglichkeit, in eine einfachere Wohnung umzuziehen, oder den Differenzbetrag von 350 Euro aus eigenen Mitteln zu bestreiten, was in der Regel nicht möglich ist.

Zur Genehmigung Ihres Hartz 4 Umzugs benötigt das Jobcenter in jedem Fall einen eindeutigen Nachweis, der einen berechtigten Grund belegt. Dies können beispielsweise sein:

  • Arbeitsvertrag
  • Ärztliches Attest
  • Fotos
  • Anwaltsschreiben

Tipp von Umzugsauktion

Sprechen Sie unbedingt vor dem Abschluss eines neuen Mietvertrages mit Ihrem zuständigen Jobcenter oder Sozialamt, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.