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Mit der Umzugskostenpauschale Umzugskosten reduzieren

Wussten Sie, dass Sie unter Umständen die durch einen Umzug verursachten Kosten von der Steuer absetzen können? Um Ihre Umzugskosten als Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich geltend zu machen, benötigen Sie Belege über Ihre Ausgaben. Doch nicht für jeden Betrag liegt Ihnen eine Quittung vor. Beispielsweise lassen Sie sich von den Umzugshelfern nicht das Trinkgeld quittieren. Für derartige und andere im Zusammenhang mit einem Umzug übliche Ausgaben sieht das Bundesumzugskostengesetz (BUKG) eine Umzugskostenpauschale vor.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wann sind Umzugskosten steuerlich absetzbar?
  2. So hoch fällt die Umzugskostenpauschale aus
  3. Umzugskostenpauschale bei Auslandsumzug?
  4. Wer kann die Umzugskostenpauschale in Anspruch nehmen?
  5. Welche Umzugskosten können Sie steuerlich geltend machen?
  6. Diese Ausgaben deckt die Umzugskostenpauschale ab

1. Wann sind Umzugskosten steuerlich absetzbar?

Um die vollen Umzugskosten von der Steuer abzusetzen, muss der Umzug

  • beruflich begründet
  • auf eine außergewöhnliche Belastung zurückzuführen

sein. Als besondere Belastungen werden Krankheiten, Behinderungen oder ein Verlust der Wohnung aufgrund eines Unglücks (Brand, Hochwasser o. ä.) anerkannt. Beruflich begründet ist ein Umzug, wenn Sie eine neue Arbeitsstelle antreten und die neue Wohnung näher am Arbeitsort liegt. Auch wenn Sie nicht den Job wechseln, aber durch den Umzug deutlich näher bei Ihrer bisherigen Arbeitsstelle wohnen, gilt der Umzug als beruflich begründet. Das liegt vor, wenn Sie Ihren täglichen Arbeitsweg um mindestens eine Stunde verkürzen durch den Wohnortwechsel.

Außerdem können Sie die Umzugskostenpauschale in Anspruch nehmen, wenn

  • Ihr Arbeitgeber den umzug wünscht, z.B. damit eine Dienstwohnung frei wird
  • Sie ein Studium oder eine Ausbildung beginnen
  • Sie durch den Umzug eine doppelte Haushaltsführung vermeiden

Umzugskosten absetzen können Sie nicht nur beiberuflich motiviertem Wohnortwechsel. Für einen privaten Umzug können Sie 20 Prozent der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 4.000 Euro steuerlich absetzen. Dazu zählen die Rechnungen von Handwerkern und Umzugsunternehmen.

2. So hoch ist die Umzugskostenpauschale 2019

Ab 1. April 2019 beträgt die Umzugskostenpauschale:

  • für Alleinstehende 811 Euro
  • für Verheiratete 1.622 Euro
  • für jedes weitere Familienmitglied 357 Euro.

Eine vierköpfige Familie kann durch die Umzugskostenpauschale 2.104 Euro zusätzlich als Werbungskosten von der Steuer absetzen, wenn sie den Umzug beruflich begründet. Bei einem Familien-Jahreseinkommen von brutto 80.000 Euro reduziert sich die Jahres-Einkommenssteuer um über 600 Euro.

3. Umzugskostenpauschale für Auslandsumzug?

Wer von Deutschland ins Ausland oder als Deutscher innheralb eines anderen Landes umzieht, kann die Umzugskostenpauschale ebenfalls beanspruchen. Es gelten die folgenden Werte:

Umzugskostenpauschale bei Umzug innerhalb der EU (Stand 2018):

  • Arbeitnehmer 1.101 Euro
  • Ehepartner/ Lebenspartner 1.045 Euro
  • pro Kind 551 Euro
  • weitere mit umziehende Person 386 Euro

Umzugskostenpauschale bei Umzug außerhalb der EU (Stand 2018):

  • Arbeitnehmer 1.156 Euro
  • Ehepartner/ Lebenspartner 1.156 Euro
  • pro Kind 771 Euro
  • weitere mit umziehende Person 578 Euro

Ziehen Sie aus dem Ausland zurück nach Deutschland, erhalten Sie 20 % weniger als die oben genannten Beträge. Ist Ihr Auslandsaufenthalt von vornherein auf maximal 2 Jahre befristet, dann verkürzen sich die Beträge der Umzugskostenpauschale bei einem Aufenthalt von bis zu 8 Monaten um 20%, bei einem Aufenthalt ab 8 Monaten um 40 %.

4. Wer kann die Umzugskostenpauschale in Anspruch nehmen?

Bei einem beruflich bedingten Umzug haben Arbeitnehmer und Selbstständige einen Anspruch auf die Umzugskostenpauschale. Arbeiten Sie als Selbstständige in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung und ziehen Sie um, weil Sie mehr Platz für Ihre berufliche Tätigkeit benötigen? Dann setzen Sie die Umzugskosten teilweise in Form von Betriebsausgaben ab. Erfolgt der Wohnungswechsel aufgrund einer außergewöhnlichen Belastung, können Selbstständige und Rentner die Umzugskosten in voller Höhe bei der Steuer anbringen und die Pauschale in Anspruch nehmen. Deren Höhe ist abhängig von der Familiengröße. Für Eheleute und Lebenspartnerschaften ist sie doppelt so hoch wie für Alleinstehende. Darüber hinaus wird für weitere Familienmitglieder eine reduzierte Umzugskostenpauschale anerkannt. Ist der Umzug beruflich bedingt, setzen Sie die Kosten unter den Werbungskosten ein, in den übrigen Fällen unter den außergewöhnlichen Belastungen. Hier müssen die finanziellen Aufwendungen die persönliche Belastungsgrenze überschreiten, um sich steuermindernd auszuwirken.

5. Welche Umzugskosten können Sie steuerlich geltend machen?

Die folgenden steuerlich anerkannten Umzugskosten setzen Sie mit Belegen von der Steuer ab:

  • doppelte Mietzahlungen (höchstens drei Monatsmieten für die neue und sechs Monatsmieten für die alte Wohnung)
  • Maklergebühren für die Vermittlung der neuen Wohnung
  • Kosten für Anstrich und Tapezieren innerhalb der neuen Wohnung
  • Kosten der Möbelspedition, bei einem Umzug ins Ausland bis zur Staatsgrenze
  • Kosten für die Miete eines Transporters
  • Übernachtungskosten für bis zu zwei Reise- und zwei Aufenthaltstage
  • Kosten der Wohnungssuche inklusive Reisekosten für zwei Wohnungsbesichtigungen durch eine Person oder eine Besichtigung durch zwei Personen
  • zusätzliche Unterrichtskosten für Kinder.

6. Diese Ausgaben deckt die Umzugskostenpauschale ab

Für sonstige Umzugskosten ohne Belege können Sie zusätzlich die Umzugskostenpauschale in Ihre Steuererklärung einzutragen. Die Umzugspauschale gilt für folgende Kosten:

  • Zeitungsinserate
  • Renovierungsarbeiten in der alten Wohnung
  • Gebühren für behördliche Ummeldungen
  • Kosten eines neuen Telefonanschlusses
  • Trinkgelder
  • Elektro- und Sanitärinstallationen in der neuen Wohnung
  • Beköstigung der Umzugshelfer.